Die Ausbildung zum Patentanwalt bzw. zur Patentanwältin ist dreigliedrig und umfasst einen theoretischen Teil, einen Praxisteil und eine Abschlussprüfung.

Hochschulstudium

Die Zulassung zum praktischen Teil der Ausbildung als Patentanwaltsanwärter erfordert die Vollendung der Studien technischer oder mathematisch-naturwissenschaftlicher Fächer an einer inländischen Universität oder Nostrifizierung eines entsprechenden ausländischen akademischen Grades.

Praxiszeit

Der angehende Patentanwalt hat eine mindestens fünfjährige tatsächliche Verwendung in Normalarbeitszeit als Patentanwaltsanwärter bei einem in die Liste der Patentanwälte eingetragenen Patentanwalt zu absolvieren. Für ehemalige Mitglieder des Patentamtes, für Ziviltechniker und für langjährige Patentsachbearbeiter aus Industriepatentabteilungen gibt es Sonderregelungen.

Patentanwaltsprüfung

Nach Abschluss der Praxiszeit ist die Patentanwaltsprüfung abzulegen. Diese Prüfung ist vor einer gemischten Prüfungskommission aus Mitgliedern des Patentamtes und der Patentanwaltschaft abzulegen und umfasst einen schriftlichen und einen mündlichen Teil.

Die Prüfung umfasst (Details siehe § 11 PatAnwG)

  • die österreichischen Rechtsvorschriften auf dem Gebiet des Patent-, Halbleiterschutz-, Marken-, Muster- und Patentanwaltsrechts und des einschlägigen zwischenstaatlichen Vertragsrechts,
  • die Vorschriften des österreichischen Wettbewerbsrechts und mit den wichtigsten ausländischen Rechtsvorschriften auf diesen Gebieten sowie
  • die österreichischen Rechtsvorschriften auf dem Gebiet des Verfassungsrechts, Verwaltungsrechts, bürgerlichen Rechts, Handelsrechts und Zivilprozessrechts, soweit diese Vorschriften für die Tätigkeit eines Patentanwalts von Bedeutung sind.

Nach erfolgreicher Ablegung der Prüfung kann die Eintragung als Patentanwalt erwirkt werden.